Menu
Training mit Faszienrolle
0 Comments

Besser Reiten mit Faszientraining

Werbung

Jeder Reiter weiß, dass der Sitz der Dreh- und Angelpunkt in seinem Sport ist, denn Reiten ist ein komplexer Bewegungsablauf. Viele Dinge laufen gleichzeitig ab: einerseits muss der Reiter die Bewegungen des Pferdes spüren und sich darauf einschwingen, gleichzeitig aber muss er ständig analysieren, ob der Bewegungsablauf des Pferdes seinen Vorstellungen entspricht und gegebenenfalls durch eine gezielte Hilfengebung darauf Einfluss nehmen.

Mit anderen Worten: mal begleitet er die Bewegung des Pferdes und mal ändert er die Bewegung oder Richtung des Pferdes, indem er sich selbst gezielt anders bewegt um sich anschließend wieder in die Bewegung hineinzufinden. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe mit hohen Anforderungen an Gefühl, Koordination und Beweglichkeit.

Gemeinerweise ist es auch noch so: je unbeweglicher ein Reiter auf einem Pferd aussieht, desto besser gelingt es ihm, diese hohen Anforderungen zu erfüllen. Darum sieht gutes Reiten immer so einfach aus – und deine Faszien spielen dabei eine große Rolle.

Was sind Faszien

Die Bedeutung der Faszien für den Körper wurde erst vor relativ kurzer Zeit von Medizin und Wissenschaft entdeckt und ist zurzeit in aller Munde. Ganz grob erklärt sind Faszien dass, was sich der Laie unter „Bindegewebe“ vorstellt: Es handelt sich um mal mehr, mal weniger elastische Fasern aus Kollagen und Elastan, die sich netzartig durch unseren ganzen Körper ziehen und alles mit allem Verbinden. Außerdem enthalten sie eine Vielzahl an neuralen Rezeptoren, die Empfindungen wie Druck, Schmerz, Temperatur und Bewegungsänderungen anzeigen. Einige Wissenschaftler glauben sogar, dass Faszien ein nicht-neurales körperweites Kommunikationsnetzwerk bilden.

Aufgaben der Faszien

Sie speichern Fett und Wasser, umhüllen und schützen Muskeln, Gelenke, Gefäße und Nervenzellen, halten Organe an ihrem Platz und verbinden Muskelgruppen untereinander. Außerdem passen sich Faszien an wiederkehrende Bewegungsabläufe an und unterstützen diese durch Stabilisierung. Bei Vielreitern kann man deutliche Faszienveränderungen an den Innenseiten der Oberschenkel feststellen.

Wie sehen Faszien aus?

Gesehen hat sie wahrscheinlich schon jeder einmal – nicht im menschlichen Körper, aber in der Küche beim Fleischzubereiten. Faszien sind die helle weiße Schicht, die Muskelfleisch umhüllen; manchmal schneidet man sie weg, weil sie etwas zäh sind. Alle Wirbeltiere und auch der Mensch sind von solchen Faszien durchzogen – dein Pferd übrigens auch. Gesunde Faszien sind glatt und in eine bestimmte Zugrichtung ausgerichtet. Sie können aber auch verkleben – dann sehen sie aus wie verfilzte Wolle.

Faszien am Steak
Hier kann man die Faszien ganz deutlich erkennen: die weiße Schicht oben

Verklebung der Faszien

Wenn Faszien verkleben, verlieren sie ihre Elastizität und können ihre Aufgabe der Federung und Stabilisierung nicht mehr erfüllen. Außerdem schränken sie die Beweglichkeit ein und die Rezeptoren signalisieren Schmerzen. Wir kennen diese Symptome als „Verspannungen“. Zusätzlich tragen verklebte Faszien auch zu Muskelverkürzungen bei: Bei vielen Büromenschen ist zum Beispiel durch die typische Sitzhaltung am PC die Brustmuskulatur verkürzt, was dem Reiter erschwert, aufrecht mit geradem Rücken zu sitzen. Allgemein bedeuten verklebte Faszien für den Reiter, dass er nicht mehr optimal über seinen Sitz mit dem Pferd kommunizieren kann – zum einen spürt er die Bewegung des Pferdes nicht mehr so gut und zum anderen kann er nicht mehr so geschmeidig in die Bewegung eingehen.

Wie entstehen Faszienverklebungen?

Faszien verkleben hauptsächlich durch Bewegungsmangel. Unser Alltag ist meistens so, dass wir viel zu viel sitzen: im Büro, im Auto, in der Bahn und auch zu Hause vor dem Fernseher. Aber auch starre Bewegungsabläufe und Fehlbelastungen führen zur Faszienverklebung. Wir deuten die Symptome dann meistens als „Verspannungen“. Vor allem der Schulter-, Hals-, Nackenbereich ist häufig betroffen, aber auch gerne der Hüfte-/Oberschenkelbereich.

Training mit Faszienrolle
Training mit der Faszienrolle löst Verklebungen, lockert Verspannungen und erhöht die Beweglichkeit

Faszienverklebung auflösen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Faszienverklebung wieder aufzulösen. Du kannst dich mehr bewegen, gezielte Gymnastik betreiben oder eine Bindegewebsmassage erhalten. Bei tiefgreifenden Problemen hilft dir ein Physiotherapeut oder auch ein Osteopath. Um einen besseren Sitz zu fördern, eignen sich für Reiter verschiedene Übungen mit der Faszienrolle. Das tolle an Faszien ist, dass sie dreidimensional wirken: wenn du sie an einer Stelle beeinflusst, wirkt sich das auch an anderen Stellen in deinem Körper positiv aus.

Übungen für Reiter mit der Faszienrolle

Durch spezielle Übungen mit der Faszienrolle wird deine Oberschenkelmuskulatur dehnbarer. So fällt dir der Sitz mit langem Bein und das Federn in den Steigbügeln deutlich leichter. Auch der Drehsitz in der Biegung – Knackpunkt bei vielen Dressurreitern – kann mit der Faszienrolle verbessert werden, weil sie die Elastizität der Adduktoren und des Rumpfes erhöht.

In unserem Video zeigt dir Carina, wie es geht. Carina Klausewitz ist Physiotherapeutin und hat sich auf die Bewegungsabläufe von Reitern spezialisiert. Diese Übungen kannst du ganz einfach zuhause nachmachen. Wenn du noch keine eigene Faszienrolle hast, kannst du sie über die Affiliate-Links auf dieser Seite bestellen.

In unserem Beitrag über Sitzschulung zeigt dir Carina noch andere sitzverbessernde Übungen, die du ganz einfach zuhause selbst durchführen kannst.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar von dir. Du darfst den Beitrag auch gerne bei Facebook oder Instagram teilen.

Wenn du regelmäßig über neue Beiträge auf dieser Website informiert werden willst, dann trage deine Emailadresse einfach in das Pop-up ein. Als Dankeschön für dein Vertrauen erhältst du ein kostenloses Mini-Ebook als Download, mit dessen Hilfe du heute noch die Kommunikation mit deinem Pferd verbessern kannst.

Schlagwörter: , , , ,

Kommentar verfassen