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Lehrbücher Reiten

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Der Markt ist überschwemmt von Büchern rund um die Themen Pferde und Reiten. Alle kann und will man nicht lesen. Da stellt sich die Frage: Was sind die besten Bücher? Welches Buch ist ein Muss in jeder Reiter-Bibliothek? Reiterfragen.de hilft dir, eine sinnvolle Bibliothek mit Werken aufzubauen, in denen du garantiert immer wieder nachschlagen wirst.

Unsere Empfehlung basiert nicht auf Bestsellerlisten oder Verlagsmarketing, sondern auf bewährte Klassiker aus dem Alltag vieler Reiter. Mehr brauchst du nicht.

Uta Gräf: Dressurreiten mit Begeisterung

Uta Gräf kombiniert erfolgreich artgerechte Offenstallhaltung mit Leistung auf höchstem Niveau: Sogar ihre Grand Prix-Hengste wie der unvergessliche Le Noir genießen ihre Freiheit auf der Weide. Gräf selbst ist überzeugt davon, dass diese Haltung ihre Pferde motiviert und sie so mit Freude bei der Arbeit sind. Egal, ob Turnier- oder Freizeitreiter, ihr Motto ist: Reiten macht Spaß – dem Reiter und dem Pferd.

Diese Reihe macht Mut, auf einem pferdegerechten Weg seinen persönlichen Erfolg zu suchen, dabei die Prinzipien der Klassischen Ausbildung beizubehalten und so Stück für Stück seinem Ziel näher zu kommen. 

Diese CDs kann man immer wieder ansehen. Dadurch entstehen Bilder vom „richtigen“ Reiten im Kopf, die man anschließend mit aufs Pferd nimmt und dort allein durch die Visualisierung besser reitet (jetzt bitte keine Wunder erwarten :-)). Außerdem stelle ich immer wieder einen stark motivierenden Effekt fest – da wird der Titel zum Programm: Dressurreiten mit Begeisterung! Also: Am besten gleich alle drei Teile der CD-Serie kaufen! (Es gibt sie aber auch einzeln.)

Alfred Knopfhart: Dressur von A bis S

Dressurbücher, die sich von Lektion zu Lektion hangeln, gibt es viele. Auch dieses hier macht da keine Ausnahme. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zu anderen Werken, die diese Lektüre zu meinem absoluten Lieblingsbuch macht: Lektionen werden hier nicht nur gut erklärt und anhand von Skizzen veranschaulicht. 

Nein, hier gibt es auch viele Beispiele, wie es nicht aussehen sollte. Da es sich dabei um Skizzen handelt, werden keine „echten“ Reiter verunglimpft. Knopfhart ist ein Klassiker, der bei den korrekten Grundgangarten beginnt und nicht müde wird, auf die Ausbildungsfehler und -abkürzungen derjenigen, die „immer alles besser wissen, doch nichts besser können“ hinzuweisen. 

Dabei versteht er es, den Leser stets durch knackige oder auch mal ironische Formulierungen aus der trockenen Materie heraus zu reißen und zu unterhalten. Der Stil des Autors macht einfach Spaß zu lesen und informativ ist das Buch sowieso.

Jonny Birkhan: Pferde richtig korrigieren

Wer reitet, stößt auch mal an Grenzen. Gerade Freizeitreiter haben immer wieder mit Pferden aus „zweiter Hand“ zu tun, die (jetzt) unerwünschte Angewohnheiten zeigen, die es zu korrigieren gilt. Es gibt große und kleine Probleme, die mit Geduld und Sachverstand wieder abtrainiert werden müssen.

Birkhan ist Schüler des ehemaligen Leiters der Spanischen Hofreitschule in Wien (Kurt Albrecht) und bringt dementsprechend eine klassische und pferdefreundliche Einstellung mit: Für ihn sind Pferde von Natur aus freundliche und lernbegierige Lebewesen.

Birkhan beschreibt in diesem Buch unterschiedlichste Probleme und ihre Korrekturen. Er informiert über die richtige Haltung und Ausrüstung, und beschreibt, wie der Reiter sein Pferd besser verstehen lernt. Auch die Zusammenhänge zwischen Hilfengebung des Reiters und der Ausbildung des Pferdes werden gut erklärt.

Dieser Ratgeber ist praxisorientiert und gut zu lesen. Pflichtlektüre für jeden Reiter und Ausbilder!

Michael Strick: Denk-Sport Reiten

Dieses Buch ist einfach ein Muss für jeden Freizeitreiter, der sein Pferd selbst ausbilden will. Hier wird nicht nur anhand der Skala der Ausbildung gearbeitet, sondern jeder einzelne Punkt anschaulich und verständlich erklärt. Plötzlich werden Zusammenhänge aus Theorie und Praxis auf einmal klar und der Leser hat ein Aha-Erlebnis nach dem anderen.

Schön an diesem praxisorientierten Buch ist, dass es sich an „normale“ Reiter mit „normalen“ Pferden wendet: Dem Autor geht es  eben nicht darum , ein junges Sportpferd möglichst schnell für die Reitpferdeprüfung fertig zu machen. Er geht auch nicht von Elitepferden aus, wie man sie sonst in solchen Büchern meist sieht – was einen manchmal ganz schön frustrieren kann. Vielmehr ist sein Buch für Freizeitreiter gedacht, die eher durchschnittliche Pferde und keine Überflieger haben.

Strick selbst ist kein Profireiter, dafür aber Journalist und versteht es, das komplizierte Reitsystem verständlich und mit frischen Formulierungen zu veranschaulichen. Ein Buch, das zum Nachmachen animiert und absolut empfehlenswert ist.

 

Udo Bürger/Otto Zietzschmann: Der Reiter formt das Pferd

Der Klassiker schlechthin: erstmals 1939 erschienen, wird dieses Buch immer wieder neu aufgelegt, weil es nach wie vor aktuell ist. Es ist nicht so ganz locker leicht geschrieben und die Autoren – von Hause aus Tierärzte – tauchen teilweise tief in die medizinische Materie ein.

Trotzdem gehört es in den Bücherschrank jeden Reiters, weil es den Zusammenhang zwischen Reittraining und Muskelaufbau beim Pferd aufzeigt. Allein die vielen vorher/nachher-Bilder berühmter Pferde sind absolut sehenswert.

Der Leser erfährt viel über die Anatomie und Bewegungsabläufe des Pferdes. Er lernt zu unterscheiden zwischen angeborenen (da kann man nichts machen) und angerittenen (können durch richtiges Training behoben werden) körperlichen Mängeln – was sehr hilfreich beim Pferdekauf ist!

Nach dem Studium dieses Buchs geht man mit neuen Augen durch den Reitstall: Man sieht seine Mitreiter und deren Pferde und erkennt plötzlich an der Muskulatur der Pferde, wer hier – unabhängig von Turniererfolgen – wirklich gut reitet.

Preis: Derzeit nicht verfügbar

Michael Geitner: Dual-Aktivierung

Dualaktivierung ist eine willkommene Abwechslung zur Dressurarbeit und längst in der Mitte des Reitens angekommen: in fast  jedem Stall liegen irgendwo ein paar gelb-blaue Gassen und Hütchen herum, die mehr oder weniger effektiv benutzt werden. Wer genau wissen will, was es mit dieser Methode auf sich hat, liest am besten dieses Buch vom Erfinder selbst.

Pferdetrainer Geitner hat sich viel mit dem Sehvermögen von Pferden beschäftigt. Dabei fand er heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen Sehvermögen,  Hirnaktivität und natürlicher Schiefe gibt. Die allgemein anerkannte „Händigkeit“ von Pferden, die üblicherweise auf angeborene Muskelungleichheiten zurückgeführt wird, erklärt Geitner mit unterschiedlicher Ausprägung von rechter und linker Gehirnhälfte

Er entwickelte Übungen mit verschiedenen Hilfsmitteln (Gassen, Hütchen, Fähnchen), die an ein spezielles Farbkonzept gekoppelt sind. Die Effektivität der Dualen Aktivierung gilt als erwiesen.

Dieses Buch ist ideal für alle, die die natürliche Schiefe ihres Pferdes nicht nur durch Dressur bearbeiten wollen, sondern auch mal bequem vom Boden aus.

Heike Bussang/Birgit von Damsen: Wohlstandskrankheiten unserer Pferde

Ein allgegenwärtiges Problem: Freizeitreiter lieben ihr Pferd über alles, wollen sich abgrenzen zu den „bösen Sportreitern“ und verwöhnen ihr Herzenspferd nach allen Regeln der Kunst: bloß nicht zu oft reiten, auf keinen Fall überfordern und am Ende jede Menge Leckerlis und Extrafutter. Diese falsch verstandene Tierliebe führt leider oft zu Wohlstandskrankheiten, die irreparable Schäden am Pferd hinterlassen.

Damit es erst gar nicht so weit kommt lohnt es sich, dieses Buch zu lesen und als Nachschlagewerk im Bücherschrank zu haben. Sozusagen Weiterbildung aus Liebe zum Pferd.

Die Tierärztin Heike Bussang klärt mit Unterstützung der Journalistin Birgit von Damsen in diesem Buch darüber auf, wie Überfütterung und Bewegungsmangel zu Störungen in Hormonhaushalt und Stoffwechselprozessen führen und daraus Krankheiten wie Metabolisches Syndrom und/oder Cushing-Disease sowie Diabetes entstehen. Sie zeigt Präventivmaßnahmen, gibt umfangreiche Einblicke in die verschiedenen Krankheitsbilder und stellt Diagnoseverfahren sowie erfolgserprobte Therapiemöglichkeiten vor.

 

 

Nika S. Daveron: Das Tussenpferd

Spaß muss sein, darum gibt es hier mal eine humoristische Empfehlung. Bekannt wurde Nika Daveron praktisch über Nacht mit ihrem „Arschlochpferd“ auf Facebook. Hier nimmt sie die Reiterszene aus Stall und Internet aufs Korn und sorgt für eine große Fangemeinschaft.

Mittlerweile hat Daveron bereits ihr drittes Buch zum Thema herausgegeben – doch ihre Fangemeinde hat immer noch nicht genug. Empfindlichen Lesern eine Warnung: die Sprache des Buchs ist derb und macht keinen Halt vor Fäkal- und Umgangssprache.

Wen das nicht stört, erhält mit diesem Buch einen herrlichen Lesespaß und vergnügliche Stunden.

 

Dr. Tanja Romanazzi: Mauke

Die erfahrene Autorin, die sich sehr gut in dem Themendreieck Offenstall – Matsch – Fütterung auskennt hat nun ein Buch über „Mauke“ geschrieben.

Das vielgelobte Buch nimmt vor allem Hausmittel unter die Lupe und untersucht sie auf ihre Wirkung hin. Bereits mehrere Leser haben das Rezept für eine Mauke-Salbe ausprobiert und berichten von Behandlungserfolgen.

Das Buch empfiehlt sich vor allem für Besitzer von Pferden mit Fesselbehang oder bei immer wiederkehrender Maukeproblematik.

Wie gefällt dir die Liste? Vermisst du noch ein Buch, von dem du absolut überzeugt bist? Dann nutze das Kontaktformular und schreibe uns!

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Cristine Keidel - Reiterfragen.de

Seit meiner Kindheit bin ich im Sattel zu Hause und habe das Bronzene Reitabzeichen. Unvergesslich sind mein erstes eigenes Pferd „Piroschka“, Andalusier „Cariño“, den ich aus Spanien importierte und bis zur Kandarenreife ausbildete, und natürlich PRE „Amoroso“, mit dem ich zahlreiche Showauftritte hatte und 2011 die Copa Baroque gewann. Aktuell begleitet mich Hannoveraner-Stute „Belle de Jour“ durchs Reiterleben.